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Pfaffensteigtunnel

Durch Manipulation zum Tunnel

Der Pfaffensteigtunnel ist wie die Gäubahn-Kappung das Ergebnis der gescheiterten Planung, die Gäubahn an das S21-System anzuschließen. Mehr dazu auf unserer Seite zur Gäubahn-Kappung.

2020 brachte der damalige Verkehrsstaatssekretär Steffen Bilger (CDU) den Vorschlag ins Spiel, den PFA 1.3b von Stuttgart 21 durch zwei 11 Kilometer lange eingleisige Röhren zu ersetzen, die Böblingen mit dem Flughafen Stuttgart verbinden sollen. Von der Deutschen Bahn wurde dieser Vorschlag zunächst als planerische Fiktion ohne Umsetzungschance abgetan. Der Pfaffensteigtunnel wäre der längste und teuerste Tunnel Deutschlands und hochgradig unwirtschaftlich. Mit öffentlichen Geldern dürfte dieser bei objektiver Betrachtung nicht gebaut werden. Allerdings gelang es dem damaligen Staatssekretär Steffen Bilger durch zahlreiche Tricks und Manipulationen, eine Wirtschaftlichkeit des Projekts zu suggerieren.

Das Pro Gäubahn Landesbündnis lehnt den Pfaffensteigtunnel ab. Er verdrängt den Gäubahn-Ausbau und sieht zudem eine Kappung der Gäubahn vor. Der Tunnel kostet mit mindestens 3,5 Milliarden Euro ein Vielfaches des Gäubahn-Ausbaus. Der Bau des Pfaffensteigtunnels würde nach bisherigen Berechnungen rund 600.000 Tonnen CO₂-Äquivalente verursachen und wäre damit das wohl klimaschädlichste Infrastrukturprojekt Baden-Württembergs. 

Pfaffensteigtunnel bedeutet lange Gäubahn-Unterbrechung

Der Anschluss des Pfaffensteigtunnels an die Gäubahn-Bestandsstrecke ist hochkomplex und bisher nicht genehmigt. Nach der Berichterstattung der Böblinger Zeitung würde allein der Anschluss des Pfaffensteigtunnels an die Gäubahn-Bestandsstrecke eine gleichzeitige Unterbrechung des Gäubahn-Regional- und Fernverkehrs von 15 Monaten in Böblingen verursachen. Auch die S-Bahn-Linie 1 wäre gleichzeitig unterbrochen, sodass Gäubahn-Fahrgäste in Böblingen nicht einmal auf die S-Bahn umsteigen könnten. Damit wäre die Gäubahn-Unterbrechung durch den Pfaffensteigtunnel nochmals gravierender als bei der Gäubahn-Kappung,  wo zumindest noch ein Umstieg auf die S-Bahn möglich ist. 

Pro Gäubahn hat sich wegen der vielen offenen Fragen rund um den Pfaffensteigtunnel an Bahnchefin Evelyn Palla und PSU-Chef Klaus Müller gewandt. 

Anstatt Milliarden unnötig für den Pfaffensteigtunnel auszugeben, plädiert das Pro Gäubahn Landesbündnis für den Weiterbetrieb der Gäubahn über die Bestandsstrecke bis Stuttgart Hbf (oben) und damit für einen Kombibahnhof-Betrieb in Stuttgart, bei dem der Gäubahn-Verkehr dauerhaft und ohne Unterbrechung oberirdisch einfährt.